Rezept Billa Marktküche – 4400 Steyr
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Billa Marktküche – 4400 Steyr

Nein Dankegeht sosolide Hausmannskostgehobene Küche3 Sterne Rezept
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Die Billa Marktküche ist die Nachfolgerin des Restaurants im "alten" Taborland und das war eine Institution in unserer Stadt. Wie unser Besuch ausgefallen ist und ob ich Dir diese "Küche" empfehlen kann, liest Du hier!

Heute war ein sehr stressiger Tag mit vielen Erledigungen, von daher kamen wir auf die Idee, da wir genau davor gestanden sind, in die Billa Marktküche in 4400 Steyr zu gehen und uns dort, zugegebenermaßen erwarteten wir kein hochkulinarisches Erlebnis, etwas zwischen die Kauleisten zu stecken.

Gesagt getan. Man rief sich noch zusammen, vereinbarte, das ein Teil der Leute sich zumindest schon mal was zum Trinken bestellt bis der Rest ankommt und dann gemeinsam Essen bestellt.

Und dann begann unser Erlebnis!

Billa Marktküche in 4400 Steyr

Wir orderten an der Selbstbedienungstheke zu Beginn 1 Flasche Almdudler und eine Flasche Cola. 5,40€ war der Begehr der jungen Dame an der Kasse der Marktküche von Billa. Soweit noch nichts aufregendes passiert. Sollte aber noch kommen.

Kurz darauf waren wir komplett und gingen abermals zur Selbstbedienungsstraße. Während ich das Glück hatte noch ein Schüsselchen, für etwas Salat von der Salatbar, zu ergattern ging mein Bruder leer aus. Anfragen bezüglich einer weiteren Schale wurde mit „Davonlaufen“ des restlichen Personals quittiert. Ich dachte so bei mir:

Ja haben die alle eine Ausbildung im Baumarkt hinter sich?

Er ging jedenfalls leer aus. Da beschleicht einem schon ein erstes ungutes Gefühl und man überlegt kurz, ob man nicht das Schüsselchen an die Billa Marktküche Salatbar zurück stellt.

Meine Frau orderte in der Zwischenzeit für sich ein Bauern Cordon Bleu, welches auf der Tageskarte gelistet wurde, und für den Spross ihrer Lenden ein Putenschnitzel to go (also zum Mitnehmen).

Ich war noch mit dem Salat beschäftigt und so rief ich die 3 Meter weit rüber, dass wir gerne noch 2 Portionen vom Faschierten Braten (welcher ebenso auf der Tageskarte stand) haben möchten.

Ich bezahlte sodann 29,30€. Da das Essen noch nicht fertig war (deute darauf hin, dass man das Essen zumindest noch frisch regenerieren muss) gingen wir derweil nur mit dem Salat (welcher eiskalt war) bewaffnet zu Tisch. Solltest Du mich schon ein wenig kennen, dann weißt Du, dass ich sogar nicht auf eiskalte Lebensmittel. also auch keine Salate von irgendeiner Salatbar, haben muss.

Während ich davon in Mini-Bissen naschte sagte ich so nebenbei:

Mir kommt das günstig vor! Irgendwas stimmt da nicht.

Da das Fräulein (mir gefällt diese Bezeichnung für eine junge Frau immer noch) den Kassenbon aber gleich entsorgt hatte, hatte ich keine Möglichkeit gegenzuchecken. Aber… wird schon schiefgehen!

Dann vibrierte der schwarze Knopf, der einen an die Theke ruft, um sein Essen zu holen. Hoffnungsvoll sprang, ok ok…. liftete ich meinen gazellen-ähnlichen Luxuskörper in eine vertikale aufrechte Haltung und schritt eben zur Essensausgabe.

Am Pass stand EIN Teller. Mit einem Putenbröselfetzen und Fritten. Hmmm… hast Du aufgepasst? Das hatten wir zum Mitnehmen bestellt! Zurück in die Küche geschoben wartete es dann solange bis wir die Lokalität sehr emotional verlassen sollten. Naaajaaaaaa…

Gleichzeitig schaute mich dann der junge Mann, der zuvor einen auf Speedy Gonzalez gemacht hat bezüglich Salatschälchen, und meinte: “ Sie… der Faschierte Braten dauert noch  gut 10 Minuten!“

Häää? Also in der Zeit, inklusive Wartezeit, mach ich den frisch… ich schluckte das runter und setzte mich nickend wieder an den Tisch, wo nun schon begann die Laune aller zu sinken.

Einige Minuten später (gefühlt etwas mehr als die 10) servierte man uns dann mal den „Faschierten Braten“ nach Art der Billa Marktküche in 4400 Steyr. Sie selbst.

Faschierter Braten in der Billa Marktküche in 4400 Steyr

Bevor wir gleich genauer schauen: Das Essen dampfte nicht. Gefühlte Serviertemperatur: Ähnlich einer frisch verstorbenen Person… vor 5 Tagen.

Schauen wir uns nun zu Beginn den schwarzen Klumpen an, der zwischen den beiden Scheiben vom Hackbraten thronte. WTF? Wasn das? Wenn man dann mit Messer und Gabel daran ge….kratzt(?) hat zeigte sich schnell was das darstellen sollte: Geröstete/Geschmolzene/Karamellisierte Zwiebel aka Röstzwiebel, wie man ihn hier gerne zum cremigen Kartoffelpüree essen würde. Nur nicht den und schon gar nicht verkohlt. Möglich, dass ich ausgesehen haben als hätte ich gerade etwas Durchfall und könnte somit etwas Kohle vertragen… persönlich hatte ich aber nicht den Eindruck.

Faschierter Braten in der Billa Marktküche in 4400 Steyr

Wenden wir uns nun den weiteren Details (mit Pfeilen markiert) zu. Außenseite des gewolften Bratens bereits lecker, nein nicht knusprig, angedörrt. Das KaPü sah aus wie Kleister und hatte eine bräunliche Farbe (sieht mal leider nicht so gut am Foto des smarten Phones). Die Sauce hatte einen Stand wie Marmelade, welches man zur Gelierprobe auf einen Teller getan hat. ABER… man hat frisch gehackte Petersilie, in homöopathischen Dosen, als Deko verwendet! Zumindest das möchte ich mal positiv anmerken.

Bis dato hatten wir aber noch nicht probiert und es kam was unweigerlich kommen musste: Die ersten optischen negativen Eindrücke wurden um ein Vielfaches übertroffen!

Von der Kohlezwiebel brauchen wir, so glaube ich, nicht sprechen, oder?! Die Sauce schmeckte wie „braune Sauce“ eben schmeckt, wenn man 1 Kilo Pulver der Selbigen mit (zu wenig) Wasser anrührt. Das Püree hatte eine einzige Geschmacksrichtung, die Du zuhause ganz einfach nachempfinden kannst: Nimm einen Rindsuppenwürfel zur Hand, packe ihn aus, rieche daran, stecke ihn Dir nachher in den Mund und lutsche (lustvoll) daran. Lecker, richtig? Die Konsistenz war leimig. Und last but not least der Braten himself: Versalzenes Weißbrot mit einem Geschmack von etwas Restfleisch.

Ich konnte wirklich nur wenige Gabeln davon probieren, während mein Bruder da wesentlich mutiger war und todesmutig 3 Gabeln voll mehr in seinen hungrigen Körper bugsierte.

KLEINES ZWISCHENSPIEL

Ist Dir was aufgefallen? Genau! Es fehlte die ganze Zeit noch das Bauern Cordon meiner Begleitung. Also wuchtete ich mich kurzer Hand auf, ging zur Speisenausgabe, wo plötzlich gar niemand mehr zu sein schien, schielte in die Küche, erblickte die junge Kassiererin und gab ich zu verstehne, dass sie bitte kommen möchte.

Ich fragte sie also wo denn das Cordon Bleu bleiben würde? Entgeistert blickte Sie mich an: „Welches Cordon?“ Na das, welches ich vorhin bezahlt hab… „ACH Jaaaaa… entschuldigen sie“. Sie wendete sich Richtung Küche und rief der Küchengehilfin entgegen wo denn der panierte & gefüllte Fleischlappen bleiben würde? „Wos denn bitte für a Cordon?“ Na das von vorhin… „Du host kans bestellt!“.

Genervt suchte das Mädel dann die Rechnung aus dem Müll, von der ich – Du erinnerst Dich(?) – vorhin schon anmerkte, dass sie zu günstig sei, und meinte dann: Tjo, do muss ich dann was (7,90€) nachverrechnen. Dauert hoid a bissl.

Ich meinte dann, dass das schon eine schwache Leistung ist, wenn man von 4 Speisen eine vergisst und eine zum hier essen serviert wird, obwohl sie zum Mitnehmen war. Antwort: „Ich bin ja erst seit 2 Wochen da!“

Stumm kehrte ich zum Tisch zurück, an dem mich mein Luxusmenü mir schon freudig entgegen trocknete und gelierte.

Dort versuchte ich noch ein paar Gabeln zu essen, ging aber nicht mehr. Zu groß war die Gegenwehr von Mund, Magen und Gehirn. Auch mein Bruder wollte nicht mehr weiteressen und begann eine Sandburg damit zu bauen.

Ich nahm also mutig meinen Teller und ging zum Tresen, wo ich meine Reklamation deponieren wollte. Hierzu winkte ich den Küchen-Copperfield (einziger in Kochklamotten) heran, da ich der Meinung war, dass er hier das Leittier sei. Na eben nicht. Er bot mir an den „Restaurantleiter“ zu holen. Ein kurzes „Gern“ huschte mir über die Lippen. Kurz darauf kam dann auch ein junger Mann, der fragte was sei.

Kurz und knapp fragte ich:

Wer hat das gekocht?

Er meinte wie ich das gemeint hätt mit „gekocht“. Das brachte mich kurz aus dem Konzept und ich war verwirrt. Trotzdem für ich fort und fragte wer das Püree gemacht hätte. „Wieso“, war die Gegenfrage.

Weil es wie Pulver, angerührt mit aufgelöstem Suppenpulver, schmeckt!

„Korrekt“ erwiderte er und fügte hinzu, dass er das gemacht habe. Meine Augen unternahmen den ersten Versuch meine Augenhöhlen zu verlassen. Ich fuhr fort und fragte wegen dem faschierten Braten. „Warum“, war wieder die Gegenfrage.

Weil der außer nach Semmeln nach fast nichts schmeckt, massiv versalzen und ausgedörrt ist

„Richtig!“, kam wie aus der Pistole geschossen. „Den bekommen wir so geliefert.“

Und die Sauce ist auch das Pulver aus dem Kübel für braune Sauce?

 , fragte ich schon sehr angesäuert. „Natürlich!“, weiters „Wir kochen hier gar nichts selbst, wir bekommen alles angeliefert und den Rest rühren wir nach Vorgabe der Zentrale an.“ Bevor ich noch was sagen konnte fügte Herr K. (seinen Namen habe ich erfragt, möchte ich aber hier so nicht nennen) an: „Ich weiß nicht worüber sie sich aufregen!? Das hier ist Systemgastronomie, unser Anspruch ist es nicht, dass es den Leuten schmeckt. Was erwarten sie auch um den Preis?“

Da hat er mich dann abgeholt und mich hat es förmlich zerfetzt! Etwas lauter sagte ich dann:

Das ist eine bodenlose Frechheit und Vergeudung von Lebensmitteln, sofern es nicht irgend etwas körniges aus Kübeln ist! Wo ist ihre Ehre als Restaurantleiter bzw. als Koch?

Anfügen möchte ich hier noch, dass er (also Herr K.) zuvor noch angemerkt hatte, dass er eigentlich aus der gehobenen Gastro kommen würde (mir hat sich das Marriott sehr eingebrannt) und er hier ja nicht kochen würde. Außerdem fragte er mich wie ich denn auf die Idee komme, dass hier jemand kochen würde?

Weil ihr hier ein komplett eingerichtete Schauküche habt mit tollen Geräten und vermutlich ebenso tollen Mitarbeitern.

Das kostete ihm ein müdes Lächeln. Immer wieder verwies er darauf, dass er ja nichts dafür könne, dass das eben so von der Zentrale vorgeschrieben ist und er ja sonst seinen Job verlieren könnte, wenn er da Eigeninitiative ergreifen würde.

Ich kam dann irgendwann zurück zum Thema was ich mir erwarten würde:

Im Grunde nichts, aber zumindest auf Hausmannskostniveau

Mittlerweile kam auch die Küchengehilfin hinzu, der ich die Frage bzw das Argument der Hausmannskost weiterreichte. Ihre Reaktion war ein verschmitztes Lächeln mit dem Zusatz: „Wenn  ich daheim so koch….“

Und dem Herrn Restaurantleiter feuerte ich entgegen:

Wenn Sie das im Marriott so über den Pass gehen hätten lassen, hätten sie vom Sous-Chef vermutlich eine (Anmerkung: Ohrfeige, Wadschn) bekommen, oder?

Antwort: „Der hätte mir vermutlich auch noch das Teller nachgeschossen“.

An dieser Stelle möchte ich dann die Schilderung des (mittlerweile Streit)Gespräch beenden, denn ich glaube es ist genug, vor 2 Zeugen, gesagt worden. Vielleicht noch die Anmerkung, dass „ja eh alle (zB Interspar) so kochen/arbeiten würden“.

Man hat uns jedenfalls angeboten, dass wir als Entschädigung, den wir würden ja noch hungrig aussehen, einen Kaffee oder etwas von den angebotenen (Sidekick des Restaurantleiters: zumindest den angelieferten Boden belegen wir frisch) Pizza haben könnten.

Wir haben dieses Angebot abgelehnt, da wir satt, ja so richtig angefressen, wären.

FAZIT

Muss ich hier noch was schreiben? Wir haben nichts erwarten und absolut gar nichts für ~43€ bekommen. Das Ganze ist nun ungefähr 3 Stunden her, ab dem Zeitpunkt an dem ich diesen Bericht online Stelle, aber ich bin, obwohl ich hier so viel geschrieben habe, immer noch sprachlos!

Ich weiß nicht wie ich das hier beenden soll, aber vielleicht mit einer persönlichen Anmerkung in Richtung „Zentrale“:

Vielleicht sollte man sich die öffentlichen Rezensionen im WWW zu seinem Unternehmen oder einem Teil davon ab und an mal zu Gemüte führen, denn unter 4 Sterne bei sehr wenigen Wertungen sollten eigentlich die Alarmglocken aufschrillen lassen.

Mir ist bewusst, dass es schwierig ist Personal für die Gastronomie zu bekommen, aber das hier kann echt nichts. Es tut mir weh sowas schreiben zu müssen. Viel lieber würde ich von einem super netten, gut bürgerlichen Essen an einem Nachmittag, im Beisein meiner Lieben, berichten und die Leute in die Richtung beraten, dass sie zumindest nicht sehr viel falsch machen, wenn sie mal hingehen.

Billa Marktküche

Kaserngasse 2, 4400 Steyr - Österreich
AMBIENTE
2
SERVICE
1
ESSEN
1
FAMILIENFREUNDLICHKEIT
2
PREIS / LEISTUNG
1
WERTUNG
(maximal 5 Punkte möglich)
1.4

KURZFASSUNG
Wenn ein Restaurant kein Restaurant ist, dann wird dort auch kein Essen serviert

  • VERÖFFENTLICHT
    03/2022
  • ZUGRIFFE
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