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Ich hatte das Glück Euch eine bislang nicht sehr bekannte Gewürzmanufaktur aus Wien, Namens BenCondito, vorstellen und für Euch probieren zu dürfen. Hier mein Ergebnis.

Es ist schon eine Art Auszeichnung, wenn jemand auf Dich zukommt und um Deine Meinung bittet. Da schwillt einem die, am besten geräucherte, Brust 😉 Wer mich kennt oder meine Beiträge (speziell Produkttests) immer wieder liest, der weiß, dass ich ein gar kritischer Zeitgenosse bin und mich von Trends so gut wie überhaupt nicht beeinflussen lasse.

Somit freut es mich umso mehr, dass genau ich Euch dieses Kleinod vorstellen und mein Erlebnis damit schildern darf.

Gewürzmanufaktur BenCondito Wien

Für diesen Test durfte ich mir frei auswählen was ich Euch vorstellen bzw. was ich testen möchte. Da nun wieder die Grillsaison ansteht, habe ich mir gedacht, dass ein Komplettpaket, mit dem man sich selbst und jeden Gast zufriedenstellen kann, gar keine schlechte Wahl wäre.

Ich habe mich dann durch das reichhaltige Angebot des Anbieters BenCondito gewühlt und folgende Auswahl getroffen:

  • Rauchsalz Wikinger
  • Hawaii Salz schwarz
  • Langer Pfeffer – Piper Longum
  • Brat und Grill Gewürzmischung
  • Tonkabohne & Zucker – Zuckermischung
  • Knoblauch Dip „Spezial“

Wie und was ich damit angestellt habe kommt etwas später.

Kommen wir zuerst zum puren

Geschmacks- & Geruchserlebnis

Je nachdem was man bestellt hat kommen die Gewürze in Dosen oder Beuteln, absolut luftdicht, per Post ins Haus. Auch die Dosen, in denen das Gewürz selbst nochmal in einem Beutel gelagert ist, vermögen zu überzeugen und müssen nicht in einer Lade / einem Schrank verschwinden.

Öffnet man nun diese Behältnisse, so strömt einem ein wunderbar intensiver Duft in die Nase und ein Finger flutscht wie von selbst in den Mund, um sich selbigen zu befeuchten, damit er anschließend im Gewürz landet und dann sofort wieder im Mund verschwindet, um zu schmecken was der Geruch erahnen lässt.

Rauchsalz Wikinger

bernsteinfarben, sehr rauchig, feine Salznote. So stellt sich das Salz von „Wickie“ bei mir vor. Und ich habe sofort vor Augen was ich damit machen werde.

Hawaii Salz

tiefschwarz, salzig, kein Eigengeschmack. Es ist mehr ein Effekt als wirklich ein Gewürz. Bietet sich, für mich, für helles Fleisch oder Meeresfrüchte an, die vor / während der Zubereitung nicht gesalzen werden / werden sollen.

Langer Pfeffer

Ist im Prinzip der Urpfeffer, den wir schon lange vor dem, heute mehr als gebräuchlichen, schwarzen Pfeffer in unseren Kreisen kennenlernen durften. Er erinnert mich an „Kätzchen“ von einem Baum (fragt mich jetzt nicht welchen ich da im Kopf habe, aber ich glaube es ist Birke), nur eben in schwarz.

Vom Geruch her ist er leicht süßlich und es erinnert so gar nicht an „normalen“ Pfeffer. Auch der Geschmack ist viel feiner. Die Schärfe erinnert mich aber wieder an unseren alltäglichen Scharfmacher.

„Wird mit dem rauchigen Salz der Wikinger kombiniert“, pfeift es mir sofort durch meine Gedächtnishalle.

Brat & Grill

An dieser Stelle verwende ich, im Zusammenhang mit dem Geruch, das Wort „GEIL“. Eine Komposition, die eine Vielzahl an Gewürzen erahnen lässt, sich aber keine in den Vordergrund drängt. Es riecht auch nicht salzig, wie man es von solchen „Mischungen“ kennt, und das erklärt sich so:

Es ist nicht Hauptbestandteil! Leider überliest man im Supermarkt allzu gerne die Bezeichnung „Gewürzsalz“. Hier ist es eine Gewürzmischung mit Salz als Unterstützung. Das merkt man spätestens beim Geschmackstest. Erst wenn man sich richtig darauf konzentriert schmeckt man die feine Salznote.

Tonkabohnenzucker

Hier ist es eine Geruchsexplosion. Jeder, der Tonkabohne kennt (ich selbst verwende sie sehr häufig), weiß um deren Aroma, welches in Richtung von Vanille geht, aber dabei viel reichhaltiger und feiner daherkommt. Also eine echte Alternative zur herkömmlichen Vanille und für Menschen, die Vanille nicht unbedingt haben müssen.

Ich habe hier, zum Vergleich, sofort 2 Päckchen Vanillezucker (herkömmlich & mit Bourbon) geöffnet und es roch, im Vergleich zum Tonkabohnenzucker, sehr lasch.

Knoblauch Dip

Zu meiner Überraschung erinnerte die Farbe sehr an Curry. Schon beim ersten Geruchstest konnte man den verwendeten Kurkuma deutlich riechen. Ich war doch sehr überrascht, da man das bei einem Knoblauch Dip, wie unsereins ihn kennt, so nicht erwarten würde. Und da kam mir das „Spezial“ auf der Verpackung in Erinnerung.

Kommen wir nun zum Geschmack im verarbeiteten Zustand.

Ich beginne gleich wieder mit dem

Knoblauch Dip

Diesen sollte man, nein, eher muss man diesen einige Zeit vorher anrühren, damit sich der Geschmack der getrockneten Gewürze und Kräuter entfalten kann.

BenCondito Knoblauch Dip

Für meinen Versuch habe ich 500 Gramm 10%igen griechischen Joghurt verwendet, sowie 4 TL (wie es auf der Verpackung steht) der Knoblauch Dip – Mischung und etwas Salz. Letzteres für mich wieder sehr erfreulich, da es zeigt, dass es sich um eine pure Mischung handelt und ich nicht auch noch „billiges“ Salz untergejubelt bekomme.

Geschmacklich ist es eine runde Sache, aber… für mich persönlich dürfte, obwohl ich zu viel Knoblauch nicht mag, dieser etwas mehr, dafür Kurkuma etwas weniger, sein. Der Hersteller nennt es den „partnerfreundlichen“ Knoblauch Dip. Aber wenn beide stinken wäre es auch OK, oder nicht? 😉

Persönlich würde ich mir eine Variante ohne Kurkuma wünschen. Was ich mir in diesem Zusammenhang vorstellen könnte wäre eine Kombination mit Koriander, Petersilie, Ingwer,… vielleicht Zitronenblatt oder Zitronenschale, Liebstöckl, etc. pp. Man könnte also sagen Gartenkräuter mit Knoblauch.

 

Hawaii Salz

BenCondito Hawaii Salz schwarz

Für mich ist es, wie ich schon erwähnt habe, ein Effekt, da es Salz ist und auch so schmeckt. Es kommt aber sicherlich gut zu Muscheln, zu kurz gebratenen / gegrillten Fischen bzw. Meeresfrüchten. Speziell, wenn man es vor den Garen nicht salzen soll / darf / will.

Brat & Grill

Dieses Gewürz drängt sich förmlich für Geflügel, Schwein oder zum Beispiel Forelle auf. Somit wurden Puten- und Karree – Steaks damit gewürzt

BenCondito Brat & Grill Gewürzmischung

Da meine Testkollegen und -kolleginnen spontan Zeit hatten, blieb mir nichts anderes übrig, als die Fleischstücke nach meinem Gefühl zu würzen, zu vakuumieren und für knapp eine Stunde ziehen zu lassen. Auch wenn Vakuum hier etwas hilft, so bietet es sich doch an, das Fleisch am Vortag einzuwürzen und über Nacht ziehen zu lassen. Auch sollte man nicht gar so sparsam, wie ich, damit umgehen.

Was sich aber trotzdem abgezeichnet hat ist, dass man nicht sehr viel dieser Brat und Grill Gewürzmischung braucht und man somit einige Male, mit einer Verpackungseinheit, zu Rande kommt.

Als ich nach dem Vakuumiervorgang die Beutel wieder geöffnet habe, ist mir ein (ich kann es leider wieder nur so ausdrücken) absolut geiler Duft in die Nase gestiegen. Würde ich auf rohes Geflügel bzw Schwein abfahren, so hätte ich sofort ins Fleisch gebissen. Echt jetzt!

Ich musste die Steaks also nur noch auf den Grill schmeißen und servieren. Und hier begründet sich dann meine Aussage, dass man mit dem Gewürz nicht gar zu sparsam umgehen soll, denn… wie bei (fast) allen Gewürzen ist es so, dass sie beim Garvorgang etwas in den Hintergrund treten uns so etwas an Kraft verlieren.

Der Umstand, dass man (je nach Vorliebe) noch etwas nachsalzen muss, ist absolut nicht störend, sondern mehr oder weniger ein Qualitätsmerkmal. Das könnte ich ja mit dem Rauchsalz bzw dem schwarzen Hawaii Salz tun.

Alles in allem eine sehr ausgewogene Mischung von z.B.: Paprika, Koriander, Muskatnuss, Piment,… , die Lust auf Mehr macht.

Mit dem Knoblauch Dip „Spezial“ hat man einen sehr harmonischen Begleiter.

Rauchsalz Wikinger & Langer Pfeffer

Hier hat es sich förmlich aufgedrängt ein schönes Steak, ohne weitere Würze, auf den Grill zu schmeißen.

BenCondito Rauchsalz Wikinger & Langer Pfeffer

Vor dem Ruhen mit Rauchsalz und Langem Pfeffer, den ich im Mörser zerkleinert habe, bestreut war dieses Steak eine wahre „Bombe“! mmmmmhhh… aaaahhhhh… woooooooow…. schmatz… so der Tenor von meinen Testern und mir.

Das Rauchsalz bringt eine wahrhaft schöne rauchige Note auf den Gaumen. Da ich auf unserem Balkon leider nur auf einem Elektrogrill werken kann, ist genau das „Wickie-Salz“ die Lösung. Jetzt war richtige BBQ – Stimmung unter allen Beteiligten. Aber auch den Gas- und Kohle – Jüngern  sei dieses Salz ans Herzen gelegt. Das ist der WOW- Effekt für Kurzgebratenes, welches nicht die Chance hat das Raucharoma Eures Grills / der Kohle richtig anzunehmen.

Der Lange Pfeffer hat sich dann wunderbar in dieses Aromenspiel eingefügt. Anstatt, wie „normaler“ Pfeffer, sich in den Vordergrund zu drängen, unterstützte er das Geschmackserlebnis.

Ich habe hier meine künftige Gewürzkombination für Rindersteaks gefunden. Mehr braucht es echt nicht!

Tonkabohnenzucker

Da wir nun schon auf dem Grill waren, sollte es auch hier etwas einfaches und schnelles sein. Also fiel die Wahl Grillbanane mit dem Tonkabohnenzucker.

BenCondito Tonkabohnenzucker

In diesem Zusammenhang möchte ich nicht näher auf die Zubereitung eingehen, da ich Euch diese als Rezept unter die Nase reiben werde 😉 Nur so viel: Hatten wir heute das Wort „Geil“ schon?

Als weitere Stichworte möchte ich

  • sehr aromatisch
  • sparsam

zum Zucker mit Tonkabohne anfügen.

FAZIT

Man merkt, dass sich der „Druide“ von BenCondito mit Liebe, Herz und Verstand mit dem Thema Gewürze / – mischungen beschäftigt und dies auch in die Dosen bzw. Säckchen bringt. Sicherlich wird auch hier, wie man in meinem Fall beim Knoblauch Dip und Hawaii Salz sieht, nicht immer zu 100% den Geschmack des Käufers treffen können (welcher Koch schafft es den Geschmack seiner Gäste immer zu 100% zu treffen), aber die Richtung stimmt absolut.

Legt manden doch höheren Preis auf die Qualität, auf die benötigten Mengen und den Geschmack um, so relativiert sich dieser absolut und macht ihn sogar niedriger als den der Gewürze, die wir so aus dem Sortiment der Supermärkte kennen und kaufen. Ich denke, dass es sogar ein Muss wäre, so eine Qualität, außerhalb des Internethandels oder einzelner kleiner Standorte, bekommen zu müssen. Warum dem nicht so ist, ist mir ein Rätsel.

Ich vergleiche hier z.B. die Gewürze / – mischungen eines hochdekorierten Starkochs, die man beim Diskonter zu kaufen bekommt, die zwar ein Drittel weniger kosten, bei weitem keinen solchen Geschmack bieten und sich somit die Dosierung auf ein Vielfaches erhöht. Verglichen mit dieser kleinen Gewürzmanufaktur ist der Geschmack so als ob man die Reste aus dem Mischkessel des Fabrikanten lecken würde. Kurz: Staub mit Restgeschmack.

Man sollte sich also schon überlegen, ob man lieber weiterhin den billigen „Staub“ kauft oder doch kurzfristig etwas tiefer in die Tasche greift und so auf lange Sicht doch wieder spart. Passt doch zum Thema meines Blogs => günstig kochen!

Ich möchte mich nochmals bei BenCondito für die Bereitstellung der Gewürze bedanken und möchte nochmals betonen, dass diese keinen Einfluss auf meine Bewertung, meine Meinung oder dergleichen hat / hatte, sondern meine persönliche Meinung zu 100% wiedergibt. 

Gewürzmanufaktur BenCondito Wien
  • Geschmack - 9/10
    9/10
  • Preis / Leistung - 8.5/10
    8.5/10
  • Lieferung - 10/10
    10/10

Kurzfassung

Bei BenCondito bekommt man für sein Geld wofür man bezahlt => Geschmack

9.2/10

 

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