Lebensmittelpreise

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Aktuell gehen die Wogen im Internet wieder hoch was die Lebensmittelpreise und deren rapider Anstieg angeht. Das Thema passt sehr gut zu dem von guenstig-kochen.at und deswegen mache ich mir so meine Gedanken dazu. Lies selbst.

Ich wäre nicht ich, wenn ich nicht überall, zum Thema Essen, meine Nase hineinstecken würde und so ist mir wieder einmal eine Diskussion vor die Pupille gehüpft, die das Thema

Kommt es nur mir so vor oder sind die Lebensmittelpreise echt so angestiegen?

hatte. Natürlich musste ich mir die unzähligen Kommentare dazu durchlesen. Geht ja gar nicht anders. Ist schon fast zwanghaft. Bei einigen musste ich schmunzeln oder zustimmend nicken bzw. ging ich fast an die Decke. Schauen wir uns an was ich meine.

Lebensmittelpreise - Das Netz sorgt sich oder auch nicht

Vielleicht sollte ich erwähnen, dass der überwiegende Anteil der Diskussionsteilnehmer aus good old Tschörmanie gekommen ist. Weniger als eine Handvoll kam aus Österreich und einige waren Auswanderer.



So kam auf die Frage eine Antwort (ich bitte immer zu beachten, dass ich frei zitiere!)

Es ist gar nichts teurer geworden! Ich und mein Partner geben für Lebensmittel in der Woche maximal 30€ aus. Wir kaufen keine tierischen Produkte und kochen alles selbst.

Ok, gut. Zum Einen musste ich herzhaft lachen und zum Anderen ungläubig mit dem Kopf schütteln. Warum?

Speziell bei diesem Lebensstil kann ich mir das nicht vorstellen. Hierzu braucht man nur mit offenen Augen durch den Supermarkt laufen und sich die Preise der veganen Lebensmittel anschauen. Lassen wir dabei mal Obst und Gemüse vorne weg. Gemessen an den Portionsgrößen kann man, so zumindest sehe ich das so, den veganen Lebensstil fast mit Gold aufwiegen. Ein wenig Tofu hier, ein wenig Seitan da und schon bist Du 10€ los und weißt nicht mal wofür.

Aber OK, jeder wie er will. Ich will mich hier auch gar nicht mit diesem Thema beschäftigen. Es geht ja hier um die Lebensmittelpreise. Werfen wir also einen Blick auf Obst und Gemüse.

Auch hier bitte ich um Verständnis, dass ich nur die österreichischen Preise vergleichen kann! Du bist aber gerne eingeladen, in den Kommentaren, Preisvergleiche aus anderen Ländern den anderen Lesern und mir zur Kenntnis zu bringen. Dafür schon mal ein großes Danke.

Betrachte ich nur Salat, Tomaten und Gurken, so komme ich zur Erkenntnis, dass die Preise, verglichen zum Vorjahr (2016), sich fast verdoppelt haben! Tomaten kosteten damals im Sommer regulär round about 99 Cent, so kosten diese aktuell zumindest 1,99€. Eisbergsalat, als Beispiel, gab es in der Haupterntezeit 2016 für 49Cent, jetzt zumindest 99Cent regulär. Gurken anno domini 2016 39Cent, 2017 79Cent.

Aktionen, Sonderangebote & Greif zu - Rabatte habe ich hier außer acht gelassen, da man immer vom regulären Preis ausgehen muss. Auch Ab Hof - Preise spielen in meiner Aufzählung keine Rolle, da nicht jeder einen Bauern in der Nähe hat und auch nicht jeder ein Fahrzeug hat um dort seinen Einkauf zu tätigen.

Also JA, GENAU... es wurde nichts teurer!

Würde ich mir nun noch die 30€ pro Woche für Lebensmittel genauer unter die Lupe nehmen, so würde ich vermutlich zur Erkenntnis kommen: A) Diese Person lügt sich ihr Leben schön B) Es sich bei diesen 2 Personen um unterernährte Mitmenschen handeln muss C) Diese Person in Mathe eine 5 hatte.

Zu C) eine Anmerkung meinerseits: 30 dividiert durch 7 = ~ 4,29€ täglich. Das wiederum ergibt ~ 2,15€ pro Person / Tag. Lass Deine Fantasie spielen!

Damit ist dieses Thema erledigt und auf ein neues geschaut, das da war

Sag' mir ein Beispiel was teurer geworden ist!

ich darauf

Butter!!!

Antwort

Stimmt ja gar nicht...

Und hier wollte ich dann an die Decke! Erstens weiß ich es hier definitiv genau und Zweitens kann ich es auch beweisen. Siehe...

Butterpreis 2016 Kostete Diskont-Butter im Sommer 2016 regulär 1,29€ (im Angebot auch manchmal nur 99Cent), so kostet diese aktuell (Ende August 2017) zumindest

Butterpreis 2017

+++ Update 19. September 2017 +++

Aktuell kostet das billigste Päckchen Butter (Normalpreis) 2,49€

+++++

Das kommt einer Preissteigerung von ~ 70% gleich. Aber nein, das bilden wir uns alle nur ein, denn...

Im Frühjahr gab es bei (deutscher Diskonter) Butter mal im Angebot, vielleicht kommt dir deswegen der "Normalpreis" jetzt so hoch vor...

Bei diesem Kommentar wollte ich lachen und weinen zugleich, da dieser so schön fernab der Realität ist.

Ein Faktum für den Preisanstieg ist hier eine Reduktion der Milchproduktion durch die EU.

Durch die international rückläufigen Produktionsmengen von Milch und die gestiegene Nachfrage in wichtigen Exportländern erreichten die Butternotierungen mittlerweile international ein All-Time-High

Vereinigung Österreichischer Milchverarbeiter (VÖM)

Was noch dazukommt ist, dass uns China, nicht erst seit Heute, geradezu aufkauft was Milchpulver angeht. Und das zu irrsinnigen Preisen. Da ist es schon verständlich, dass die Produzenten lieber überteuertes Milchpulver produzieren anstatt billige Butter. Sowas nennt man den Gewinnoptimierung.

Von Jänner bis September 2009 kaufte China fast 90.000 Tonnen oder 370 Prozent mehr Vollmilchpulver ein als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Davon hat vor allem Neuseeland profitiert, das den Löwenanteil der chinesischen Einfuhren liefert. Aber auch Molkereien in der Europäischen Union schöpften aus dem Nachfrageboom der Volksrepublik Gewinne.

agrarheute.com

Und genau das gleich Bild haben wir bei Schlagobers (Sahne), statt 89Cent nun 1,19€, und vielen anderen Milchprodukten.

Nebenbei soll dann noch Brot und weitere Produkte aus und mit Mehl erwähnt werden, deren Preis kräftig angezogen hat. Es ist ja fast lustig, dass es in diesem Bereich nicht die Standardansage -> Aufgrund von Missernten... <- kam, sondern man sich dazu eigentlich gar nicht geäußert hat.

Abschließend noch kurz ein weiterer Kommentar

Schuld an der Preissteigerung ist der Mindestlohn bei uns Deutschland. Darum zahlen wir soviel!

Ähmmmm.... Hallo? Laut einer Erhebung lag im Jahr 2015 der durchschnittliche Verdienst in Deutschland bei ~ 3.000€ brutto (Quelle: Focus). Weiters heißt es dort

Das heißt nach Steuern bleiben diesen Arbeitnehmern 2.100 Euro pro Monat zum Leben

Sehen wir uns nun Österreich an, dann weißt Du gleich auf was ich hinaus möchte. Hier liegt der Durchschnitt bei 2.223€ brutto, was einem Netto von ~ 1.526€ gleichkommt.

Wir könnten uns also darauf einigen, dass es in Deutschland ~ 30% mehr Lohn gibt, bei rund 30% niedrigeren Lebensmittelpreisen gegenüber uns Schluchtenscheissern. Die Schere geht also sehr weit auseinander. Und ja, ich bin mir der teils horrenden Mietpreise, des höheren Spritpreises, etc. in Deutschland sehr wohl bewusst. Dieses Faktum mag eventuell die 30% mehr Lohn fressen und somit eine Ausgeglichenheit herstellen, was den Durchschnittsverdienst angeht, aber es stehen immer noch die -30% bei Lebensmittel zu Buche.

Mit auf den Weg möchte ich dann noch folgende Kommentare

Ich lebe in Kairo. Hier zahlten wir schon ~4€ für 250g Butter...

und

In Griechenland kostet 1 Liter Milch schon bald mal 4€

FAZIT

Lebensmittel des alltäglichen Gebrauchs sind im letzten Jahr definitiv um viele Prozentpunkte teurer geworden. Wer das negiert, dem ist nicht zu helfen. Aber genau aus diesem Gesichtspunkt heraus ist guenstig-kochen.at entstanden: Geld wird immer knapper, aber man sollte auf keinen Fall beim Sex des kleinen Mannes (so nenne ich gerne genussvolles Essen / Kochen) anfangen den Rotstift bis ins Bodenlose anzusetzen.

Lies Dir vielleicht dazu nochmal meinen Beitrag durch, in dem ich Dir mein Geheimnis verrate.

Vielleicht darf ich Dich ja zum Gedankenaustausch zu diesem Thema mit mir einladen? Ich würde mich sehr darüber freuen, wenn Du mir Deine Meinung zum Thema - Sind Lebensmittel teurer geworden oder nicht - in den Kommentaren hinterlässt!

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