Rezept Ist Spinat wirklich so gesund?

Ist Spinat wirklich so gesund?

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Diesmal geht es um die Frage "Ob Spinat wirklich so gesund ist" oder ob man beim Verzehr etwas beachten sollte. Ich habe deswegen genauestens recherchiert und mich dieser Frage angenommen. Hier mein Ergebnis.

Ich freue mich jedes Mal, wenn man auf mich mit diversen Fragen zukommt. Nun ist es aber mal so, dass ich kein Dr. Dr. in Bereich der Lebensmittel bin und ich somit auch teilweise nur Volksweisheiten kenne. Was ich aber gut kann ist im großen Spinnennetz der Information (dem World Wide Web) nach eben solchen zu suchen, das Gelesene zu verarbeiten und daraus meine Schlüsse zu ziehen. Von dem her möchte ich hier nun mein Rechercheergebnis zur folgenden Frage niederschreiben.

Ist Spinat wirklich so gesund oder muss ich etwas beim Verzehr beachten?

Ist Spinat wirklich so gesund?

Grundlegend kann man sagen, dass Spinat für Erwachsene sehr gesund ist, sich aber leider einige Mythen hartnäckig halten. Bei Säuglingen (bis zum 6. Monat) sieht es schon anders aus und zieht sich bis zum Thema warum Kinder mit Spinat eher die Wand airbrushen als ihn zu schlucken.

Mythos aufgewärmter Spinat ist giftig

Hier kommen die Akteure Nitrat und Nitrit ins Spiel. Wikipedia sagt zu Nitrit

Es ist das Zwischenprodukt bei der vollständigen Oxidation des Stickstoffs zu Nitrat

Wikipedia

und zu Nitrat

Nitrate sind in der Biosphäre und Hydrosphäre hauptsächlich in Form von Natriumnitrat allgegenwärtig. Wegen der hohen Löslichkeit akkumulieren sich Nitrate in größeren Mengen nur an wenigen spezifischen Orten.

Wikipedia

Schlauer sind wir dadurch nicht, aber man kann schon mal festhalten, dass in Spinat pro Kilogramm zirka 1,4 Gramm Nitrat enthalten ist, welches bakteriell in Nitrit, sowohl im Spinat selbst als auch im Körper nach dem Verzehr, umgewandelt wird. Mehr brauchen wir auch nicht zu wissen. Wenig toxisches Nitrat wird also zu Nitrit, welches sehr wohl giftig ist.

Es gibt dazu eine Studie des G- & S-Labors in Rheda-Wiedenbrück, das auf Lebensmittelproben spezialisiert ist. So testete man gekochten Spinat, ließ ihn 24 Stunden stehen, erwärmte ihn wieder und hat abschließend den Nitritgehalt gemessen. Dieser war so verschwindend gering, dass er kaum nachgewiesen werden konnte. Es ist also eine Vergiftung durch aufgewärmten Spinat (fast) auszuschließen!

Lediglich eine Möglichkeit würde bestehen indem sich sämtliches, im Spinat, enthaltene Nitrat in Nitrit umwandeln würde, so wäre eine Vergiftung denkbar. Ein weiterer Punkt ist, dass Nitrit mit Stickstoffverbindungen reagieren kann und zu Nitrosaminen wird. Einige dieser Verbindungen waren bei sehr hoher Dosierung im Tierversuch krebserregend.

Was passiert jetzt im Körper mit dem Nitrit?

Das entstandene Nitrit heftet sich an das Hämoglobin im Blut und blockiert somit eine ausreichende Sauerstoffaufnahme im Blut. Bei Erwachsenen kein Problem, da wir mit dem Enzym Methämoglobin-Reduktase ausgestattet sind. Dieses "repariert" quasi unser Blut von ganz alleine.

Hier kommen dann erstmalig die süßen Säuglinge ins Spiel, da diese nämlich nicht über dieses Enzym verfügen. Man sollte also Säuglingen unter einem Jahr keinen Spinat füttern, da dies, wenn Nitrat im schlimmsten Fall zu Nitrosaminen umgewandelt wird, zur sogenannten "Blutarmut" führen kann.

Man sollte auch später nicht öfter als 1x pro Woche Spinat zu sich nehmen, da der Körper seine Zeit zur Regeneration braucht.

Warum mögen Kinder keine Spinat?

Als Kind hat man das Glück noch weit aus mehr Geschmacksknospen sein Eigen zu nennen und schmeckt daher vieles intensiver als das mit zunehmendem Alter der Fall ist. Im Spinat sind von Natur aus sehr viele Bitterstoffe enthalten und das schmeckt den Kiddies so gar nicht. Hier kommt dann auch wieder die kleinkindliche Prägung ins Spiel, die uns lehrte: Bitter... lieber nicht... könnte giftig sein.

Man könnte nun also zusammenfassend sagen, dass Kinder ihren Körper sehr gut kennen (fehlendes Enzym + bitter) und sie deswegen das grüne Zeugs ausspucken.

Ist das Popeye-Futter nun wirklich so ungesund?

NEIN! Isst man Spinat zum Beispiel roh als Salat kann man das gering enthaltene Eisen mit Hilfe des enthaltenen Vitamin C sehr gut aufnehmen. Gekocht geht das eher schlecht. Auch sollte man beachten, dass man Spinat mit Milchprodukten (dem Blubb Blubb als Beispiel) kombiniert, da der erhöhte Oxalsäuregahlt eine Kalziumaufnahme hemmt. Weiters regen die Bitterstoffe die Gallentätigkeit an.

Wer sollte also von Spinat Abstand nehmen?

  • Säuglinge
  • Personen mit Neigung zur Nierensteinbildung

Tipps für den unbedenklichen Spinatgenuss

  • Sommerspinat enthält weniger Nitrat als Winterspinat
  • Freilandspinat gegenüber Treibhausspinat bevorzugen
  • Tielfkühlspinat enthält weniger Nitrat, da er beim Verarbeiten meist blanchiert wird
  • Spinat nach dem Kochen schnell abkühlen und kühl lagern
  • Gekochten Spinat nicht länger als 48 Stunden aufbewahren
  • Spinatwasser gut abtropfen lassen, da bis zu 70% des Nitrat darin enthalten sind
  • Zu wirklich frischer oder Tiefkühl/-ware greifen
  • Säuglingen unter 6 Monaten bis 1 Jahr keinen Spinat füttern
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